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> Steuerreform 2009

> 25.11.2008

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Über ungelegte Eier soll man zwar nicht gackern, die geplante Steuerreform 2009 ist aber bereits so weit gediehen, dass wir hier erste Informationen dazu bringen:

Gewinner der Steuerreform sind vor allem die Bezieher geringer Einkommen sowie Spitzenverdiener. Wer wenig verdient, muss nunmehr erst ab einem Einkommen von 11.000 Euro Steuer zahlen, bisher lag die Grenze bei 10.000 Euro. Der Eingangssteuersatz soll von bisher 38,33% auf 36,5% gesenkt werden, der mittlere Steuersatz wird von 43,6% auf 43,2% gesenkt. Freuen können sich Topverdiener, bei denen die Steuerbemessungsgrundlage, ab der der Höchststeuersatz von 50% zur Anwendung kommt, von 51.000 auf 60.000 Euro erhöht wird. Wer ein monatliches Bruttoeinkommen von 1.500 Euro hat, dem bleiben jährlich rd. 450 Euro mehr übrig, bei 2.500 Euro Monatseinkommen beträgt die Ersparnis im Jahr rd. 630 Euro, bei Beziehern hoher Einkommen beträgt die Steuerreduzierung maximal 1.355 Euro.

Ob und wann genau die Entlastung kommen wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Beabsichtigt ist jedoch offenbar, dass bereits ab Jänner 2009 eine Entlastung stattfindet, kommt bis Jahresende kein Beschluss mehr zustande, wird die Reform rückwirkend wirksam. Geplant sind neben der Tarifentlastung noch Steuermaßnahmen wie Absetz- und Freibeträge, die den Familien zugute kommen sollen.

Zur geplanten Steuerreform gibt es bereits erste Kritik. Moniert wird, dass es sich um keine echte Modernisierung, sondern nur um eine Tarifanpassung handelt, die alte Probleme nicht löst. Wie bereits bei Reformen in der Vergangenheit werden etwa auch die jetzigen Steuerersparnisse bald durch die „kalte Progression“ kompensiert werden. Durch die Inflation wachsen nämlich die Steuerpflichtigen in einen höheren Steuersatz hinein, obwohl sich real gesehen ihr Einkommen nicht erhöht hat. So ist beispielsweise seit 1989 die Grenze für den Spitzensteuersatz gleich geblieben, erst durch die geplante Steuerreform wird er nunmehr auf 60.000 erhöht, zur Abgeltung der vollen Inflation müßten es jedoch rd. 75.000 sein. Manche Länder passen daher ihre Steuertarife automatisch und regelmäßig an die Inflation an oder besteuern das gesamte Einkommen nur mit einem einzigen Steuersatz. Die Steuerreform 2009 wird jedoch nicht die letzte gewesen sein und wer weiß, vielleicht kommt es dann doch irgendwann zu mehr Steuergerechtigkeit…